Veto gegen Kündigung von F. Dr.i Silvia BARTL

Die WORTWERFT ist zutiefst konsterniert, nein: empört über die nahende (unfreiwillige) Vertragsauflösung der Veranstaltungs-programmleiterin des Wiener Literaturhauses, Dr. SILVIA BARTL. Es zeugt von derselben empathiefreien Unsensibilität bis Brutalität, die Hunderte Autor/innen bereits vor Jahrzehnten kritisiert haben – Autor/innen, deren Dokumentation wie Aufbereitung und Vermittlung just die Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur übernimmt, die Dr. Bartl nun die Tür zuschlägt. (Vorwiegend) Ihr ist es zu verdanken, dass das Literaturhaus über seine von Silvia Bartl seit Jahren bis Jahrzehnten kuratierten Literaturveranstaltungen neben der „Alten Schmiede“ im deutschsprachigen Raum Rang und Namen hat. (Vorwiegend) Ihr sind die zahlreichen hoch-qualitativen Ausstellungen rund um Literatur, Fotografie und andere Kunstgattungen zu verdanken, welche das Wiener Literaturhaus von anderen unterscheidet. Und: Ihr ist es zu verdanken, dass auch jüngere wie unbekannte Autor/innen zu ihren ersten Präsentationsmöglichkeit vor einem interessierten Publikum kommen.

Dabei hat Dr. Silvia Bartl – unter der Vorgabe der Fördergeber, österreichischen Schriftsteller/innen eine Bühne zu bieten – feinfühlig, belesen wie neugierig und mit großem Überblick auch fernab der „großen“ Verlage nach neuen, zu entdeckenden Stimmen gesucht: sich keiner „Mode“ verschreibend, aber auch neueste Tendenzen in der Gegenwartsliteratur aufspürend. Das danken Ihr neben einem – die Möglichkeit des Kennenlernens und Kommunizierens mit den Auftretenden schätzenden – interessierten Publikum gerade auch die Autoren/innen selbst. Selbst promovierte Biologin, ist sich die hochgebildete Kulturarbeiterin nie zu schade, neben dem bisweilen stark aufreibenden Hauptjob noch andere Agenden zu übernehmen: neben dem Veranstaltungs-programm auch buchhalterische Angelegenheiten auszuführen, internationale Kooperationen mit Kulturvereinigungen, Bot-schaften und Ministerien in die Wege zu leiten und abzuwickeln, an Innovationen wie der Einführung von „Poetry Slams“ tatkräftig mitzuwirken und -werken, usw. usf.

Dass wir diese Sätze (bald) ins Perfekt setzen müssen, wollen wir nicht akzeptieren, denn: Neben dem kulturpolitischen Skandal, ist es auch eine menschliche Herabwürdigung unserer hochgeschätzten Freundin Silvia Bartl.

Post your protest:
Geschäftsführer:
Mag. Robert Huez huez@literaturhaus.at

Bitte mit CC an Betriebsratvorsitzende El Awadalla: ea@literaturhaus.at

VETO der GAV:
http:/www.zintzen.org/

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